Rennkasko Versicherung

Rennkasko Versicherung

Rennkasko VersicherungAufgrund der besonderen Dynamik Motorsport kann es im Rennen relativ schnell zu einem Kontakt mit einem gegnerischen Fahrzeug oder einer Bande kommen. Ob leichte Berührung oder Schlimmeres, der Schaden bei Unfällen mit dem Renngerät ist meist beträchtlich. Die normale KFZ-Haftpflicht oder Kaskoversicherung kommt jedoch für Schäden auf der Rennstrecke keinesfalls auf, ob selbst verschuldet oder nicht. Zudem haben viele auf Rennstrecken betriebene Fahrzeuge keine Zulassung im Strassenverkehr und dürfen daher nur auf separaten Rennstrecken eingesetzt werden.

Zur Abmilderung der finanziellen Schäden auf der Rennstrecke besteht die Möglichkeit, eine sogenannte Rennkasko Versicherung abzuschließen.

Bei Motorsport-Veranstaltungen bestehen gegenüber dem normalen Strassenverkehr zum Teil andere und wesentlich höhere Risiken, zum Beispiel durch Fahren mit wesentlich höhere Geschwindigkeiten oder naturgemäss riskanteren Fahrmanövern. Daher müssen Schäden an Rennfahrzeugen, die im Rahmen einer Rennveranstaltung entstehen, zwangsläufig anders kalkuliert und entsprechend adäquate Versicherungsprämien hierfür ermittelt werden.

Abzugrenzen von der Rennkaskoversicherung, die hauptsächlich Schaden am eigenen Fahrzeug versichert, sind die Rennfahrerversicherung, die Motorsport-Haftpflichtversicherung, die Veranstalter-Haftpflichtversicherung und die Teilnehmer-Haftpflichtversicherung.

Die Rennkaskoversicherung ist regelmässig eine sogenannte Allgefahrendeckung. Versichert sind demnach in der Regel Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch Kollisionen mit anderen Rennfahrzeugen oder Streckenequipment auf der Strecke passieren oder sonstige Unfälle mit dem Fahrzeug. Deneben sind Schäden durch Elementarereignisse, im Wesentlichen wetterbedingte Schäden, zum Beispiel durch Hagel oder Blitzschlag, höhere Gewalten, wie Feuer, Blitzschlag, Explosion am Fahrzeug eintreten. Inkludiert sind zudem Schäden, die infolge von Einbruch oder Diebstahl oder Vandalismus resultieren.

Besondere Fahrzeugausstattungen wie etwa das Airbag-System an Fahrzeugen mit einer Straßenzulassung können ebenso mitversichert werden. Mitversichern lassen sich ebenso einige Folgeschäden von Unfällen bzw. Kollisionen, wie Motor- und Getriebeschäden sowie Schäden am Unterboden die durch das sogenannte „Curbing“ , das heisst, dem Überfahren von erhöhten Seitenmarkierungen an den Fahrbahnrand am Fahrzeug entstehen. Reifenschäden, die im Rennen häufig auftreten, lassen sich teilweise ebenso mit versichern.

In der Rennkaskoversicherung sind dabei Schäden am Fahrzeug versichert, die während eines Rennens oder während der Trainings- und Qualifikationsläufe oder etwa in der Box während der Rennveranstaltung entstehen. Eine Rennkaskoversicherung lässt sich auch für besondere Fahrertrainings abzuschliessen. Auf Antrag kann in den meisten Fällen auch eine zusätzliche Kaskoversicherung, zur Regulierung von Schäden am Fahrzeug oder Transportequipment sowie an anderen Fahrzeugen des Fuhrparks eines Rennstalls beim Transport zur Rennstrecke entstehen.

Hinsichtlich der Rennveranstaltungen lassen sich die meisten Saisonrennen sowie einzelne Motorsport-Events und Einzelrennen versichern. Ebenso ist es möglich, Fahrerlehrgänge, sogenannte Renntaxifahrten oder Ausstellungen von Rennwagen in die Versicherung einzuschliessen. Auf besonderen Antrag lassen sich auch Testfahrten, zum Beispiel mit einem neu konfigurierten Fahrzeug versichern.

Der Versicherungsschutz für das Rennfahrzeug beginnt ab dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt und beinhaltet sämtliche Aufenthalte auf dem Renngelände, also auf der Rennstrecke beim Training und während des Rennens, in den Boxen oder im Fahrerlager. Darüber hinaus lassen sich ganze Rennserien innerhalb eines Jahres versichern. Sollten zwischenzeitlich ungeplant Teilnahmen an weiteren Veranstaltungen oder Testläufe hinzukommen, muss dies der Versicherung im Voraus gemeldet werden, damit der Versicherungsschutz entsprechend angepasst werden kann.

Der Versicherungsschutz gilt jedoch nur in Verbindung mit den im Antrag genannten und vereinbarten Rennfahrern. Grund ist, das die Höhe des Risikos für Unfälle und Schäden unmittelbar mit der Fahrerfahrung und den persönlichen Merkmalen des Fahrers korreliert. Hat ein Rennfahrer beispielsweise schon mehrere Crashs hinter sich, könnte das für eine aggressivere Fahrweise sprechen, sodass statistisch gesehen, die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Unfall höher ist. Ein solches Statistisch gesehen höheres Risiko spiegelt sich dann ebenfalls in einer höheren Versicherungsprämie wieder.

Diesbezüglich sollten die allgemeinen und besonderen Versicherungsbedingungen der jeweiligen Rennkasko-Versicherung genauestens gelesen und befolgt werden, denn der Versicherungschutz kann selbst bei nur ganz kurzen Probefahrten, beispielsweise durch einen Mechaniker währen Reparaturen in den Rennpausen und einem dabei eintretenden Schaden verlorengehen, sollte der im Fahrzeug sitzende Fahrer nicht explizit in der Versicherungspolice genannt sein.

Zur Kalkulation der Versicherungsprämien werden neben den Fahrzeugdaten und dem Fahrzeugwert, den persönlichen Daten und der jeweiligen Unfallhistorie die vom Veranstalter offiziell herausgegebenen Eckdaten für den oder die Renntage bzw. der Rennserie benötigt. Für grössere Rennserien verfügen die Versicherer bereits über die Daten zur Rennveranstaltung, nicht zuletzt deshalb, weil sich auch Rennveranstalter gegen die verschiedensten Risiken etwa mit einer Veranstalter-Haftpflichtversicherung absichern.

Hinsichtlich der Versicherungssumme ist zu beachten, dass diese einerseits meist nach oben beschränkt sind und andererseits fast immer mit einer Selbstbeteiligung versehen sind. So sind pro Schadensfall je nach Wert des Fahrzeugs Summen von 50-200.000 Euro als sogenannte Top-Limits üblich. Je geringer höher die Versicherungssumme und je geringer die Selbstbeteiligung gewählt wird, umso höher ist auch die Versicherungsprämie. Das gleiche gilt natürlich auch für die Anzahl der zu versichernden Events.

Selbstverständlich können zwischenzeitliche nach Abschluss der Versicherung am Fahrzeug durchgeführte Modifizierungen, wie sie recht häufig vorkommen, zu einer Erhöhung der Versicherungssumme, aber auch der Versicherungsprämie führen. Wichtig ist in jedem Fall, dass alle Veränderungen dem Versicherer angezeigt werden, um nicht den Versicherungsschutz zu verlieren.

Wie kann ich eine Rennkaskoversicherung abschliessen?

Hohe Rennkasko KostenAls erstes sollte man mit verschiedenen Versichern in Kontakt treten, um einen Vergleich der Prämien und Konditionen durchführen zu können. Auch versichern nicht alle Versicherer jede Rennveranstaltung, zum Beispiel weil ihnen zu bestimmten Rennveranstaltungen keine eigenen Erfahrungen vorliegen. Für eine Versicherungsanfrage halten die meisten Versicherer oder spezialisierte Versicherungsmakler bereits Fragebögen auf ihrer Webseite bereit. In den Fragebögen der Versicherung müssen ausführliche Angaben zum Fahrzeug, zum Fahrer aber auch zum Rennteam und zu den zu versichernden Rennläufen gemacht werden.

Für das Fahrzeug sind neben dem Modell bzw. Fahrzeugtyp, Fahrgestellnummer und Baujahr, Angaben zum zu nicht serienmässigen Ein- und Anbauten zu machen. Daneben muss der Neuwert und der Zeitwert angegeben werden. Bei einem wirtschaftlichen Totalschaden wir zum Beispiel höchstens der Zeitwert, abzuglich der Selbstbeteiligung erstattet, so wie es von der normalen Kaskoversicherung auch bekannt ist. Dazu ist die gewünschte Versicherungssumme anzugeben. Die meisten Versicherer haben hier Obergrenzen, die sich auf einzelne Rennen aber auch auf ein Versicherungsjahr bzw. die Laufzeit der Versicherung beziehen können. Zu allen Fahrern sind jeweils neben den persönlichen Daten die Anzahl der bisherigen Rennen sowie die Unfallhistorie anzugeben. Für das Rennteam wird ebenso meist die Schadenhistorie im Team innerhalb der letzten Jahre verlangt. Wird für ein Rennen bzw. eine Rennserie eine Lizenz, beispielsweise die DMSB-Lizenz oder eine andere verlangt, ist diese ebenso nachzuweisen. Bezüglich des bzw. der Rennen ist ein Rennkalender mit der gewünschten Rennserie sowie mit den jeweiligen Läufen der einzelnen eingeplanten Fahrern auf dem Fahrzeug anzugeben.

Daneben sind Angaben zur zusätzlich gewünschten Vertragsbestandteilen zu machen, etwa wenn die Versicherung auch auf den Transport des Fahrzeuges zur Rennstrecke hin und zurück ausgeweitet oder bereits im Vorfeld des Rennens Testläufe mit versichert werden sollen. Der Fragebogen der Versicherung ist von allen Rennfahrern auf dem Fahrzeug sowie vom Versicherungsnehmer zu unterzeichnen.

Wichtig ist, dass nur die angegebenen Fahrzeug-, Fahrer- und Renndaten Berücksichtigung im Versicherungsvertrag finden. Nicht angegebene Daten oder Änderungen bzw. Abweichen führen zum Versicherungsausschluss oder in schwerwiegenden Fällen zum Rücktritt der Versicherung vom Versicherungsvertrag.

Was ist bei einem Schaden zu tun?

Bei einem Schadensfall innerhalb eines Rennens oder bei den vorangehenden Trainings- und Qualifikationsläufen ist dieser als erstes der zuständigen Rennleitung anzuzeigen und eine Bestätigung von dieser einzuholen. Daneben sind von den eingetretenen Schäden in den meisten Fällen möglichst zeitnah detaillierte Beweisfotos anzufertigen. Die Fotos sollten möglichst vor dem Auseinandernehmen des Unfallfahrzeugs angefertigt werden.

Die Bestätigung der Rennleitung ist zusammen mit einem vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Schadenformular, möglichst auch per Fax an die Versicherung zu senden. Das Schadenformular steht gegebenenfalls zum Download auf der Webseite des Versicherers zur Verfügung. Darauf ist der Unfallhergang auch mithilfe einer Skizze sowie die eingetretenen Schäden genau zu schildern.

In der Regel verlangen die Versicherer auch, dass das Fahrzeug bei einem von der Versicherung genannten Sachverständigen zur Begutachtung vorzustellen ist. Dieser erstellt dann ein Gutachten zur Schadenhöhe und übermittelt dies ebenfalls an die Versicherung. Bei grösseren Rennveranstaltungen sind viele grössere Versicherer bereits mit einem Servicemobil und meistens auch Sachverständige am Rennort zugegen.

Die Reparaturkosten, also alle Werkstattkosten, Rechnungen für den Einkauf von Ersatzteilen uns sonstige aufgrund des Schadens notwendige Kosten (zum Beispiel ein besonderer Transport des Fahrzeugs) sind dann ebenso bei der Versicherung einzureichen. Im Regelfall wird sich die Versicherung bereits vor der Reparatur zur Schadenübernahme und zur auszuzahlenden Versicherungssumme melden.

In vielen Fällen findet auch bereits aufgrund des Gutachtens des Sachverständigen auf Basis der darin festgestellten Schadenhöhe eine Regulierung statt. In jedem Fall zu beachten ist, dass die ausgetauschten beschädigten Teile nicht ohne Zustimmung der Versicherung weiterverkauft oder entsorgt werden dürfen.

Rennfahrerversicherung

Neben der Rennkaskoversicherung ist es sinnvoll auch eine Rennfahrerversicherung abzuschliessen, da nicht nur Schäden am Fahrzeug sonder auch an der Fahrergesundheit eintreten können, die durch normale Unfallversicherungen oft nicht oder nur teilweise abgedeckt sind. Schliesslich beinhaltet der Motorsport auch erhöhte Verletzungsrisiken. Rennfahrerversicherungen sind Unfallversicherungen für Fahrer, die oft auch zusätzliche Leistungen, neben den gesetzlichen Unfallversicherungen bieten.

Auch bei einem Fahrtraining, etwa einem Winterfahrtraining, sollte zur Sicherheit immer eine zusätzliche Unfallversicherung abgeschlossen werden. Einige Rennfahrerversicherungen sichern auch Unfälle zu Hause oder im normalen Strassenverkehr oder andere Freizeitaktivitäten zu Hause oder im Urlaub zusätzlich zu einer bereits bestehenden Unfallversicherung ab.

Daneben gibt es sogenannte Motorsport- Haftpflichtversicherungen die Sach- und Personenschäden an Beifahrern oder anderen Teilnehmern eines Rennens bzw. an Zuschauern versichern. Diese Versicherung sind ebenso wie die Rennfahrer-Unfallversicherungen immer personengebunden an die jeweiligen Rennfahrer und bestehen vom Besteigen bis zum Verlassen des Rennvehikels.

Bei grösseren Rennveranstaltungen mit vorher gemeldetem Starterfeld sowie Teams kann seitens des Veranstalters eine Teilnehmerhaftpflicht als Gruppenversicherung abgeschlossen werden. Daneben gibt es noch die Veranstalterhaftpflicht, die Ansprüche Dritter bei Schäden im Rahmen der gesamten Veranstaltung abdeckt, also etwa auch aus dem einer Rennveranstaltung begleitendem Rahmenprogramm.


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